Ernährung

VegAluna verabschiedet sich von der Location.

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Nährstoff-Deep-Dive

Pflanzliche Ernährung ist bunt, lecker und gesund.

B12, Eisen, Calcium, Omega-3, Protein – fundiert, verständlich.

Der grosse Überblick

Pflanzlich & gut versorgt – so geht's.

Du musst kein Ernährungswissenschaftler sein, um vegan gesund zu leben. Aber du musst informiert sein. Die DGE und internationale Fachgesellschaften sind sich einig: Eine gut geplante vegane Ernährung ist für alle Lebensphasen geeignet. Das Schlüsselwort ist „gut geplant".

Die Pflicht

Vitamin B12 & Vitamin D (im Winter). Ohne Supplemente geht es hier nicht – kein Ermessensspielraum.

Die Achtsamkeit

Jod, Eisen, Zink, Calcium. Hier braucht es Wissen und eine bewusste Lebensmittelauswahl im Alltag.

Die Basis

Protein, Magnesium, Vitamin C. Bei abwechslungsreicher Kost meist kein Problem – trotzdem spannend zu kennen.

NährstoffPrioritätBeste vegane QuelleHandlung
Vitamin B12🔴 PflichtSupplement (einzige Option)Täglich 50–100 µg
Vitamin D3🟠 WichtigSonne (Sommer), Flechten-D3 (Winter)Okt–März täglich 20 µg
Jod🟠 KritischJodiertes Speisesalz, Nori-AlgenTäglich Jodsalz verwenden
Eisen🟡 BeachtenLinsen, Haferflocken, KürbiskerneMit Vitamin C kombinieren
Calcium🟡 BeachtenMineralwasser (>150 mg/L), Kohl, TofuBewusst in jede Mahlzeit
Omega-3🟠 WichtigLeinöl (ALA), Algenöl (DHA/EPA)Täglich Leinöl + Algenöl
Zink🟢 BeobachtenKürbiskerne, Hefeflocken, EingeweichtesEinweichen & keimen
Selen🟢 Beobachten1–2 Paranüsse/TagNicht übertreiben
Supplementierung erforderlich

Vitamin B12

B12 ist der „Elefant im Raum" bei veganer Ernährung. Pflanzen produzieren kein B12 – es wird ausschliesslich von Mikroorganismen hergestellt. Hier gibt es keinen Ermessensspielraum.

Mythos: „Mein Körper produziert selbst B12." – Bakterien im Dickdarm tun das, aber die Aufnahme findet im Dünndarm statt. Das selbst produzierte B12 wird ausgeschieden.

Mangelsymptome: Kribbeln in Händen/Füssen, Gangunsicherheit, Depressionen, „Brain Fog", Blutarmut. Kann Jahre unbemerkt bleiben.

Täglich: 50–100 µg Cyanocobalamin (stabil, gut erforscht)

Wöchentlich: 2000–2500 µg als Alternative

Blutwert: Holotranscobalamin (Holo-TC) ist aussagekräftiger als Gesamt-B12 – nach fragen!

Farbenfrohe pflanzliche Mahlzeit

Farbenfrohe Mahlzeiten liefern viele Vitamine – nur B12 nicht.

Praxis-Tipp

B12-Tropfen ans Waschbecken – zusammen mit Zähneputzen nehmen. Routine schlägt Vorsatz.

Eisenreiche Ernährung

Vollkornbrot + Aufstriche: Kombiniere mit Paprika oder OJ für maximale Eisenaufnahme.

Gute Planung nötig

Eisen (Ferritin)

Eisenmangel ist der weltweit häufigste Nährstoffmangel. Pflanzliches Nicht-Häm-Eisen wird schlechter aufgenommen – aber mit dem richtigen Trick ist das kein Problem.

Goldene Regel: Vitamin C steigert die Eisenaufnahme um das 3–4-fache! Zu jeder eisenreichen Mahlzeit (Linsen, Haferflocken) eine Vitamin-C-Quelle (OJ, Paprika, Beeren, Zitronensaft).

Top-Quellen: Linsen (3,3 mg/100g), Haferflocken (4,5 mg), Kürbiskerne (12 mg), Tofu, Quinoa, Hülsenfrüchte

Eisen-Räuber: Kaffee, Schwarz-/Grüntee, Rotwein, Calcium – 30–60 Min Abstand zur eisenreichen Mahlzeit.

Phytate reduzieren: Einweichen, Keimen, Fermentieren (Sauerteig!) erhöhen die Bioverfügbarkeit erheblich.

Risikopersonen: Menstruierende, Schwangere, Ausdauersportler → regelmässig Ferritin messen lassen.

Starke Knochen ohne Milch

Calcium

Kühe produzieren kein Calcium – sie nehmen es über Pflanzen auf. Das können wir auch. Ziel: 1000 mg/Tag.

Mineralwasser

>150 mg/L wählen – bei 1,5 L täglich 30–40% gedeckt. Auf dem Etikett nachschauen!

Oxalatarmes Gemüse

Brokkoli, Grünkohl, Chinakohl, Rucola – sehr gut verfügbar. Spinat zählt trotz Calcium kaum (Oxalate!)

Pflanzenmilch

Soja-, Hafer- oder Erbsenmilch mit mind. 120 mg/100 ml – vor Gebrauch schütteln!

Tofu (mit Calciumsulfat)

200 g können bis zu 700 mg liefern – auf die Zutatenliste achten

Spinat: Enthält Oxalsäure – Calcium dort nicht verfügbar. Nicht als Calciumquelle einrechnen.

Pflanzliche Ernährung mit Calcium
Das Sonnenhormon

Vitamin D3

Von Oktober bis März steht die Sonne in Mitteleuropa so tief, dass die Haut kein Vitamin D bildet. Winter-Supplementierung ist für fast alle Pflicht – vegan oder nicht. Vitamin D ist eigentlich ein Hormon, das Knochen, Immunsystem und Stimmung reguliert.

Sommer (Apr–Sep)

15–20 Min täglich Sonne auf Gesicht, Armen und Beinen – ohne Sonnencreme. Zwischen 10 und 15 Uhr am wirksamsten.

Winter (Okt–März)

20 µg (800 IE) täglich. Veganes D3 aus Flechten erhältlich – auf „Vegan" oder „Lichen" achten. Mit K2 kombinieren für beste Wirkung.

Überprüfen lassen

25-OH-Vitamin-D Blutwert – optimal 40–60 ng/ml. Viele Menschen (auch Nicht-Veganer) sind im Winter mangelhaft.

Veganes D3 (Cholecalciferol aus Flechten) ist dem D2 (Ergocalciferol) überlegen – achte bei Supplementen auf die Quelle.

Fürs Gehirn & Herz

Omega-3-Fettsäuren

ALA (aus Lein, Chia, Walnüssen) wird vom Körper nur zu <5% in EPA/DHA umgewandelt – die Formen, die Gehirn und Herz wirklich brauchen. Die Lösung: Mikroalgenöl. Fische enthalten EPA/DHA nur, weil sie Algen fressen – wir lassen den Fisch weg.

Täglich: 1 EL geschrotete Leinsamen (oder Leinöl) für die ALA-Grundversorgung

Supplement: Algenöl mit mind. 250 mg DHA+EPA täglich oder als regelmässige Kur

Ölwechsel: Sonnenblumenöl reduzieren (viel Omega-6 stört das Gleichgewicht). Besser: Rapsöl, Olivenöl, Leinöl (nicht erhitzen!)

Omega-6:Omega-3-Verhältnis: In der westlichen Ernährung oft 15:1 – angestrebt wird 4:1. Weniger Omega-6 ist oft wichtiger als mehr Omega-3.

Top ALA-Quellen (pflanzlich)

Leinsamen, geschrotet2,3 g ALA / EL
Chiasamen1,7 g ALA / EL
Walnüsse2,6 g ALA / 30g
Rapsöl1,3 g ALA / EL

Wichtig

Leinöl immer gekühlt lagern, nicht erhitzen. Innerhalb von 3 Monaten aufbrauchen – es wird schnell ranzig.

Mikronährstoffe im Detail

Zink, Jod & Selen

Zink

🟡 Beobachten

Zink ist essenziell für Immunsystem, Haut und Hormonstoffwechsel. Phytate in Hülsenfrüchten hemmen die Aufnahme – Einweichen und Keimen reduziert das deutlich.

Quellen

  • Kürbiskerne (10 mg/100g)
  • Haferflocken
  • Linsen, Kichererbsen
  • Hefeflocken, Cashews
Eingeweichte Hülsenfrüchte haben bis 30% bessere Zinkaufnahme.

Jod

🔴 Kritisch

Liechtenstein und Deutschland sind Jodmangelgebiete. Die Schilddrüse braucht Jod für Hormonproduktion. Oft unterschätzt – auch bei Nicht-Veganern.

Quellen

  • Jodiertes Speisesalz (täglich!)
  • Nori-Algen (massvolll)
  • Angereicherte Pflanzenmilch
Überdosierung durch zu viel Algenkapseln möglich – Nori ist ok, Kelp-Extrakte mit Vorsicht.

Selen

🟢 Einfach

Selen ist Antioxidans und wichtig für Schilddrüse. Der Selengehalt im Boden (und damit in Pflanzen) ist in Mitteleuropa niedrig.

Quellen

  • Paranüsse: 1–2/Tag reichen!
  • Tofu, Hülsenfrüchte
  • Ggf. Supplement (50–100 µg)
Nicht übertreiben: Mehr als 3–4 Paranüsse täglich kann zu Selenüberdosierung führen.
Gut machbar

Protein

Die Angst vor Proteinmangel ist bei abwechslungsreicher veganer Ernährung meist unbegründet. Bedarf: 0,8–1,0 g pro kg Körpergewicht (bei Sport bis 1,6 g/kg).

Die „Kombiniere in einer Mahlzeit"-Regel ist längst widerlegt. Es reicht, über den Tag verteilt verschiedene Quellen zu essen – der Körper reguliert selbst.

Vollständiges Aminosäureprofil: Soja (Tofu, Tempeh, Edamame) und Quinoa enthalten alle essentiellen Aminosäuren.

Protein-Gehalt (pro 100g)

Kürbiskerne30g
Seitan27g
Tempeh19g
Edamame17g
Tofu (fest)14g
Kichererbsen (gekocht)9g
Linsen (gekocht)9g
Quinoa (gekocht)4.5g
Häufige Fragen

FAQ

Es ist okay, am Anfang überfordert zu sein. Fang mit einem Nährstoff an – dann der nächste.

Deine tägliche Routine

Checkliste

Morgens

  • B12-Tropfen (beim Zähneputzen)
  • Müsli mit geschroteten Leinsamen (Omega-3)
  • Haferflocken + Beeren oder OJ (Eisen + Vit C)
  • Glas calciumreiches Mineralwasser
  • 1–2 Paranüsse zum Frühstück (Selen)

Mittags / Abends

  • Hülsenfrüchte oder Tofu (Protein + Eisen)
  • Grünes Gemüse (Calcium)
  • Jodiertes Salz zum Würzen
  • Jodsalz statt Meersalz
  • Vit D-Tropfen zum Essen (Oktober–März)

Wöchentlich

  • Algenöl (DHA/EPA) 2–3× die Woche
  • Eingeweichte Hülsenfrüchte vorbereiten
  • Nori-Blatt als Snack (Jod)
  • Abwechslung: Quinoa, Tempeh, Seitan rotieren
  • Blutwerte 1× jährlich checken

Vegane Ernährung ist kein Verzicht – sondern ein Gewinn. Mit diesem Wissen hast du das Fundament für ein gesundes, langes Leben. Wir begleiten dich gerne persönlich.

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Disclaimer: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen immer eine Ärztin oder Ernährungsfachperson konsultieren.

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